Jetzt hat es auch uns getroffen ! Zeilen des Zorns

Das wird ein guter Tag werden! Morgens gegen sechs Uhr : der Himmel war weitgehend klar, es sah nach strahlendem Sonnenschein aus, was auch eintraf, kein Regenwölkchen zu sehen, ein Tag, der leider ein Reisetag war. Dieses Wetter in den vergangenen beiden Tagen und wir hätten von Sydney und Umgebung noch mehr Eindrücke mitnehmen können. So packten wir in der Frühe unsere Rucksäcke, inzwischen mit großer Routine, der Zeitaufwand ist deutlich gesunken, frühstückten in der JuHe, waren dabei gegen 7 Uhr nicht die einzigen und gingen gegen halb acht zum Bahnhof, um den Airportzug zu erreichen. Um 09:45 sollte es dann in die Wärme, nach Samoa, gehen. Zuvor machten wir Bekanntschaft mit dem nahezu personallosen Eincheckschalter von Air New Zealand – wir hatten zwar den gesamten in zwei Etappen stattfindenden Flug nach Samoa bei Virgin Australia gebucht, aber der erste Abschnitt nach Auckland wird von Air NZ betrieben. An Stelle des gesuchten Eincheckschalters stand eine große Anzahl von Automaten, die nach dem Einlesen/-scannen unserer Pässe diverse Abfragen bei uns machten um dann Boardingpass und Gepäckaufkleber auszudrucken. Erst dann konnten wir unser Gepäck an einem entsprechenden Schalter aufgeben. Aus Sorge, die Rucksäcke könnten verloren gehen im Nirvana der Gepäckbefördungsbänder, verabschiedete Katrin sie mit einem Klaps und guten Wünschen auf ein Wiedersehen. Dieser Wunsch wurde erfüllt, andere ebenso wichtige leider nicht.

Wir hatten unseren Beitrag zu einem pünktlichen Abflug geleistet, waren rechtzeitig mit sämtlichen  Prozeduren fertig und warteten am Boardinggate. Der Abflugzeitpunkt war bereits lange überschritten und wir warteten immer noch, nichts regte sich, das Air NZ-Personal stand reglos hinter ihrem Schalter. Fast eine dreiviertel Stunde nach dem Abflugtermin dann eine Durchsage, wonach auf Grund technischer Probleme sich der Abflug verzögerte. Bis die Maschine dann in der Luft war, betrug die Verspätung fast 1 3/4 Stunde. Anfangs blieben wir trotz dieser Verzögerung ruhig in der Erwartung, die werden es schon richten, damit wir unseren Anschlußflug erreichen, schließlich hatten wir ursprünglich eine Transferzeit von fast zwei Stunden, die noch nicht ausgeschöpft war. Eng würde es werden, das war klar. Dennoch, Katrin wurde immer ungeduldiger und ging, Auskunft beim Kabinenpersonal einzuholen. Dies gab sich anfangs ziemlich unwissend und uninformiert ob der Problematik. Bald darauf liefen erkennbar jedoch einige Stewardessen von Platz zu Platz und informierten über die individuellen Lösungen für den Weiterflug. Bei uns angekommen hieß es, das Anschlußflugzeug würde auf uns warten, wir würden auf jeden Fall mitgenommen werden, Bodenpersonal wartete im Terminal auf uns und weitere 12 Fluggäste für den gleichen Flug, um uns dorthin zu bringen. An unser Gepäck dachten wir in diesem Augenblick nicht mehr, sondern waren insbesondere nach der Durchsage im Anschluß an die Landung, man möge uns bitte für einen schnellen Ausstieg durchlassen, damit wir unser Flugzeug erreichen, der festen Überzeugung, es klappt alles wie erhofft. Auf den harten Boden der Tatsachen holte uns das Geschwader Bodenpersonal von Air NZ am Ende der Gangway, die wir schnell durchliefen. Nein, wir würden nicht mit dem gebuchten Flieger Auckland verlassen, man habe uns schon auf den nächsten Flieger umgebucht, nähere Information erhielten wir am Serviceschalter der Fluglinie im Terminal. Stimmen die sich nicht miteinander ab, mal hü, mal hott; diese Aussage war, nachdem wir erkannt hatten, daß zwischen Andocken der Maschine am Terminal und Abflugzeitpunkt der Virgin Australia Maschine nach Samoa ein Zeitpolster von 20 Minuten bestand (Ankunft 16:07 – Abflug 16:30) völlig unverständlich! In einer ähnlichen Situation bei einer Ankunft von einem Fernflug in Wien mit geringerem Zeitpolster brachte man uns auf kürzestem Weg zu unserem Anschlußflug, hier keine Spur eines Bemühens. Eine mögliche Erklärung lieferte eine Mitreisende, die es in Sprinttempo noch bis zum Abfertigungsschalter geschafft hatte und dort erlebte, wie acht wartende Reisende weitergeschleust wurden, weit nach Ende der Boardingzeit!. Das sah nach einer Überbuchung unseres Fluges aus; man war wohl froh, die überbuchte Kapazität abbauen zu können, weniger Entschädigung zahlen zu müssen und speiste uns mit Peanuts ab. Ziemlich verärgert und erzürnt machten wir uns auf den Weg, unser Gepäck aufzunehmen, durchliefen wieder die Einreiseformalitäten in Neuseeland und kamen am Gepäckband an das sich zwar noch drehte, auf dem sich unser Gepäck aber nicht befand. Noch mehr Frust baute sich auf. Sind die Rucksäcke etwa auf dem Weg nach Samoa und wir nicht? Wir erfuhren dann, unser Gepäck und das der übrigen Gestrandeten sei irgendwo “zwischengelagert” und würde gesucht. Na, dann viel Erfolg bei der Suche, die sich hinzog, aber schließlich erfolgreich war. Nun hatten wir hier mit allen Formalitäten und der Warterei mehr als 1 1/2 Stunden vergeudet, der Ärger war aber nicht verzogen. Ja, er steigerte sich noch bei mir, als wir am Serviceschalter vorsprachen. Dort war man vorbereitet und übergab uns einen Handzettel, auf dem der neue Weiterflug (am nächsten Tag um 06:00 Uhr), die Unterkunft und die sonstigen “Leistungen” der Fluggesellschaft (Abendessen, Transport zum Hotel und zurück zum Flughafen) aufgeführt waren. Kein Wort von einer Entschädigung, Erstattung der uns entstandenen Kosten z.B. in Samoa, wo wir das Hotel etc. ja schon gebucht und bezahlt hatten, von dem gestohlenen Urlaubstag ganz zu schweigen. Nein, weitere Ansprüche hätten wir nicht, sie, Air NZ, sei nur verpflichtet, uns auf den nächstmöglichen Flug umzubuchen, die Unterbringung sei schon ein Entgegenkommen. Mir platzte ob dieser Dreistigkeit schier der Kragen, insbesondere als er auf meine Bitte, mir doch aus den Geschäftsbedingungen/Transportbedingungen den Passus über ihre Haftung bei Verspätung zu zeigen, worauf sich seine Aussage bezöge. Hierzu sei er nicht in der Lage, ich könne dies im Internet ja nachlesen. Aber wie nachlesen, wenn man keinen Zugang im Augenblick hat, denn das Thema hätte ich gerne sofort geregelt. Katrin war im Gegensatz zu mir extrem kompromißbereit, wir hätten unseren Weiterflug, seien Morgenmittag doch am Ziel und über Nacht eine Bleibe. Mir reichte das nicht, denn für mich ist unvorstellbar, daß der Mangel einer Transportleistung durch den Transporteur, hier der Fluggesellschaft, nicht zu tragen und der dem Transportierten daraus entstandene Schaden nicht zu ersetzen ist. Dies aber hier und jetzt zu klären, fehlte die Zeit, also verlangten und erhielten wir dann vom Chef der Truppe eine schriftliche Bestätigung über die Verzögerung, die leider hinsichtlich des Ankunfts- und Abflugszeitpunktes so unpräzise war, daß wir am Folgetag uns eine präzisere Version beschaffen mussten. Unser Ärger flaute nicht ab, denn die Hinweise auf den zu benutzenden Hotelshuttle und seinen Abfahrtsort waren so unpräzise, daß wir eine ganze Weile um das Abflugterminal herumirrten und zahllose Menschen befragen mussten. Wir kamen bei unserem Hotel dann endlich an, inzwischen war es nach 18:00 Uhr und riefen unser Quartier in Samoa an, um über den neuen Ankunftstermin zu informieren und den Transfer für den nächsten Tag zu bestellen. Auch hier war der Wurm drin, zuerst keine Antwort, dann der AB, eine Handynummer brachte schließlich den Durchbruch, auch wenn anfangs ein Knirps am Telefon war, wir dann aber seiner Mutter die notwendigen Informationen übermitteln konnten. Wir fühlten uns von Air NZ so richtig ver..scht; dies wurde dann erneut beim uns zugestandenen Abendessen deutlich. Der Waschzettel, den wir erhalten hatten, sprach von einem Dinner, nicht von Getränken; im Kleingedruckten am Ende des Schriebs der Hinweis, daß andere als die genannten Leistungen nicht übernommen sondern vom Gast zu bezahlen seien. Toll, denn wir hatten keine NZ-Dollar mehr und ein Essen ohne Getränke ist eine Frechheit. Zum Glück gab es auf Nachfrage dann Wasser, nicht gerade die beste Lösung aber eine Lösung gegen den Durst. Natürlich hätten wir mit unserer Kreditkarte uns jeden Zusatzwunsch erfüllen können, aber dies ging uns im Augenblick, so geladen wie wir waren, gegen den Strich. Zum Glück waren die Betten in Ordnung und nicht nur mangels Alternativen sondern weil der Wecker früh um drei klingelte, gingen wir zeitig zu Bett.

Ein Tag, der so erfreulich und schön begonnen hatte, endete an einem nicht gewollten Ort, wir schoben heftig Frust. Statt in der Sonne  und am Meer zu liegen, die blaue Lagune vor uns, mussten wir Morgen den Flieger besteigen, um an unser Ziel zu gelangen. Das haben wir uns anders vorgestellt und nach und nach musste auch Katrin zugeben, wie inakzeptabel die Behandlung durch Air NZ war und ist. Wenn wir ausführlichen Netzzugang haben, werden wir uns natürlich informieren, welche Rechte wir als Passagier in dem vorliegenden Fall haben und diese selbstredend auch geltend machen. Jetzt gilt es, den Frust zur Seite zu schieben und uns auf die Tage in Samoa zu freuen.

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