Am offiziellen Beginn der Karnevalzeit hieß es Abschied zu nehmen. Wir hatten wir sehr schöne Tage in Curacautín verbracht, die Gelegenheiten zur Erkundung der wunderschönen Umgebung und der Nationalparks ausgiebig genutzt, Wetterglück stand uns zur Seite, sind interessanten Menschen auf ihrer Reise begegnet, sind auf Hostel”eltern” und eine Mannschaft gestoßen, die sehr aufgeschlossen, hilfsbereit und, bezogen auf Antonio, diskussionsfreudig war. Sehr herzlich war dann auch der Abschied am Morgen.
Unser nächstes Ziel war die Region Villarrica-Pucon, die sich nicht nur durch einen, nein mehrere besuchenswerte große Seen auszeichnet, sondern darüber hinaus mehrere Nationalparks umfasst, in denen es zahlreiche Wanderwege gibt, die uns reizen. Die rund 180 Kilometer südlicher gelegene Zielregion gilt als eines der unbedingt in das Besuchsprogramm aufzunehmenden Ziele in Chile, was auch die Inländer wissen und in der Ferienzeit in Größenordnung hierhin reisen. Lassen wir uns überraschen und lassen wir uns nicht vom ersten Eindruck, dem bei der Anreise anfangs leichten Nieselregen, der bei Ankunft in Pucon in Starkregen übergegangen war, täuschen. Wir haben Pucon als Standort gewählt, weil die interessanten Punkte in der Region von hier aus leichter und schneller zu erreichen sind. Gemeinhin gilt Pucon nicht als attraktive Stadt, unser erster Eindruck deckt sich mit den Vorinformationen, wird eher als der unruhige Ort am Lago Villarrica bezeichnet. Angesichts der sehr überschaubaren Gäste in der Stadt, wie die riesige Auswahl nicht ausgebuchter Herbergen belegt, ist mit Party in der Stadt nicht zu rechnen.
Unser Weg gen Süden, wieder fasst ausschließlich über Schotterpisten, so langsam vergessen wir das Gefühl, das beim Fahren über Asphalt aufkommt, führte uns auf der westlichen Seite an unserem “Hausvulkans”, dem Llaima, vorbei. Wir mussten feststellen, per Zufall bei unseren früheren Fahrten in den NP Conguillio mit der Wahl der östlichen Route die eindeutig bessere Wahl getroffen zu haben. Hier auf der Westseite ist, offensichtlich auf Grund diverser Vulkanausbrüche in den vergangenen Jahrhunderten kaum noch etwas von dem alten Baumbestand mit vor allem den Araukarieriesen zu sehen. Stattdessen dominiert eher üblicher Mischwald, immer wieder durchbrochen von Flächen mit nahezu gar keinem Baumbestand, sondern stattdessen sieht man kreuz und quer liegende verfaulende Urwaldriesen. Während unserer halben Umrundung wiesen immer wieder Schilder auf einen “Mirador” hin, durch die niedrigen Wolken und den leichten Regen war jedoch kein nennenswerter Blick auf den Llaima möglich.
Die weitere Fahrt entlang der Cordillera de Melo und an den Lago Colico ähnelte zeitweise einer Fahrt durch das Voralpenland mit leichten Hügeln/Bergen, viel Wald, viel Wiese, oft mit Baumbestand aufgelockert, vielen Rindviechern, wenigen Schafen und Ziegen, manchmal sehr großen Gehöften. Die Landschaft und die Straße hatten wir fast für uns allein. Auf der gesamten Strecke bis kurz vor Villarrica, das sind fast 200 Kilometer, begegneten wir keinen zehn Fahrzeugen, d.h. man kann hier ungestört fahren, wartet im Falle einer Panne aber auch unendlich lange auf eine Hilfe.
Was wir auf dieser Fahrtstrecke aber auch früher schon bemerkt haben sind die Kleinstgehöfte oder Minisiedlungshäuser, die häufig in einem sehr heruntergekommenen mehr als reparaturbedürftigen Zustand – teiloffene Dächer waren kein Einzelfall – offensichtlich immer noch bewohnt werden. In dieser Region ist die wirtschaftliche Entwicklung an vielen Menschen vorbeigegangen, ist hier nicht angekommen. Die hier von uns vermutete Armut bei größeren Teilen der Landbevölkerung, die von der Aufzucht weniger Tiere häufig lebt/leben muß, wurde uns wiederholt in Gesprächen mit Einheimischen bestätigt. Aber, so deren Aussage, da es sich nur um eine relativ kleine Zahl in “entfernteren” Regionen lebender Betroffener handelt, dürfte der Entscheidungsdruck wie auch die politische Bereitschaft, hier etwas zu ändern, sehr gering sein. Und wie so häufig sind die Hauptleidtragenden die Nachkommen der indigenen Ureinwohner, z.B. der hier in größerer Zahl lebenden Mapuche.
Die letzten Kilometer geht es zwischen Villarrica und Pucon dem Lago Villarrica entlang – so ist der Straßenverlauf zumindest den Karten zu entnehmen. Von seltenen Ausnahmen abgesehen bedeutet “entlang” im Grunde entlang einer Baummauer zu fahren, die von den Seegrundstücksbesitzern zum eigenen “Schutz” angelegt wurde. Nennenswerte Blicke auf den See und die ihn umgrenzende Bergwelt waren uns kaum vergönnt. Können wir dies noch verschmerzen, denn in Pucon kann man direkt an zwei Strände gelangen, ist dies für die Einheimischen wohl eher ein Problem – Seezugang ist kaum oder nur mit großen Hindernissen möglich. Im Abstand von einigen Kilometern wiesen Piktogramme auf einen Seeuferzugang hin, idR ein etwa 1m breiter Weg. Da jedoch das Parken an der Uferstraßen verboten ist und Ausweichflächen nicht existieren, weil in Privatbesitz und bebaut, kommt man nur als Radfahrer, ausdauernder Geher/Wanderer oder Taxinutzer in den Genuß eines Strandbesuches.
Rechtzeitig in Pucon angekommen konnten wir systematisch unsere “Empfehlungsliste” an Unterkünften abarbeiten und gleichzeitig auch noch die eine oder andere Alternative am Wegesrand in Augenschein nehmen. Und wieder trafen wir es gut, das Hostel Victor empfing uns bei dem Schmuddelwetter mit einer vom Holzofen gewärmten Stube.
Der Dienstagmorgen überraschte uns mit sonnigem Wetter, das den ganzen Tag anhielt. Was macht man bei derartig gutem Wetter in Pucon – natürlich wandern. Zwei große Nationalparks sind von hieraus schnell zu erreichen, zum einen der NP Villarrica mit seinem gleichnamigen Vulkan, zum anderen der NP Huerquehue. In beiden weisen die über die CONAF beschafften Karten zahlreiche, teilweise sogar mehrtätige Wanderrouten aus. Beginnen wollten wir mit dem nordöstlich gelegenen Park Huerquehue, da dies mit einem Besuch des Örtchens Caburgua am Südzipfel des Lago Caburgua gut zu verbinden ist. Wir hatten diesen See bereits im Norden kurz besucht/gestreift. Er liegt in einer sehr waldreichen Region, soweit wir blicken konnten, reichten die Wälder bis in die Uferzone, wenn nicht, wie in gewissem Umfang im Ort Caburgua geschehen, der Wald der Bebauung weichen mußte.
Ein schöner leicht kiesiger Strand lag vor dem Ort; die erkennbare Bebauung und die später wahrgenommene Ferienhaussiedlungen deuten auf starken Besuch in wärmeren Zeiten hin. Heute war hier nichts los, die Ruhe war erholsam. Zum Ort gehört auch die “Playa Blanca”, ein Strand mit wirklich weißem Sand und nicht, wie in den Vulkanregionen oft anzutreffen, schwarzem Sand. Diese Besonderheit hat wohl zur Anlage einer ausgedehnten Ferienhaussiedlung bis hinunter an den Strand in zurückliegenden Jahren gesorgt. Nur durch intensives Suchen nach einer Lücke zwischen den Privatparzellen nahmen wir – den berühmten – engen Weg war, der entlang eines Bachlaufes hinunter zum Strand führte der sich wirklich als weißer Strand entpuppte.
Auf der Fahrt nach Caburgua hatten wir den versteckt angebrachten Hinweis auf die “Ojos de Caburgua” und den entsprechenden Abzweig übersehen, dies galt es nachzuholen. Bei den “Augen des Caburgua” handelt es sich um eine Reihe von Quellpools, die vom gut 5 Kilometer entfernt gelegenen See gespeist werden. Aus allen Richtungen strömt hier in landschaftlich schöner Lage das Wasser in einen kleinen Pool um es dann in einem großen Strom zu verlassen. Um diesen Quellpool hat sich eine große Picknickzone entwickelt, was für die Anziehungskraft im Sommer spricht, von der wir, jahreszeitbedingt, zum Glück nichts spürten und fast ungestört herumwandern konnten.
Der Parkeingang zum NP Huerquehue war aus dem Ort Caburgua gut anzufahren, bezogen auf die Richtungshinweise; für die Strecke gilt dies weniger. Auf teilweise sehr enger, wie üblich geschotterter Piste mit erdenen Abschnitten ging es zuerst am Ostufer des Caburguasees bergauf; ab und an ermöglichten Baumlücken einen Blick hinunter.
Nach gut 15 Kilometern war dann der Parkeingang erreicht. Angesichts der Tageszeit, inzwischen war es 13:00 Uhr geworden, entschieden wir uns für einen Rundweg zu drei Höhenseen auf gut 1.300m Höhe, für den 3 1/2 Stunden für eine Wegstrecke kalkuliert wurden. Auf dem Weg bergan machten wir dann unser Matschtreterdiplom, denn der starke Regen des Vortages hatte natürlich auch hier die Wege sehr aufgeweicht, teilweise stand dieser auch unter Wasser. Der Weg führte uns durch einen schönen alten Wald mit dem üblichen Baumbestand, darunter natürlich auch viele Araukariebäume, an zwei Wasserfällen vorbei, zu denen wir die erforderlichen Abstecher auch machten, an zwei Aussichtspunkten, von wo aus der unten liegende See in einer Linie mit dem Vulkan Villarrica zu sehen war, in gut 2 Stunden von knapp 700m auf gut 1.300m und den ersten See, den Lago Chico.
Dieser war, wie beim weiteren Wandern deutlich wurde, wirklich der kleinste der drei. Alle Seen zeichnete das sehr klare Wasser aus; es war möglich weit im Wasser liegende Bäume sehr gut zu erkennen. Und um uns herum eine Ruhe, die nur selten von Vogelstimmen gestört wurde. Ein ganzer Park nur für uns allein? Da uns beim Aufsteigen einige Wanderer begegnet waren lag dies wohl daran, daß wir ziemlich spät unterwegs waren. Aus Unsicherheit, wie das Matschtreten auf dem teilweise sehr steilen Weg bergab zu bewältigen ist entschieden wir, um 16:30 Uhr uns auf den Rückweg zu machen. Anfangs glaubten wir auch, allein auf weiter Flur zu sein, bis wir, nachdem der letzte See, der Lago Chico, passiert war, etwa 5 Gehminuten später auf einer kleinen Kuppe eine Gruppe französischsprechender Eltern mit ihren Kindern, alle in einer Kraxe heraufgetragen, antrafen. Deren Stimmung war gut, alle lachten und auch die Aussage, nach weiteren 5 Minuten dann endlich am ersten Zielpunkt zu sein, schreckte die Truppe nicht. Wir fragten und auf dem Rückweg, der unserem Gleichgewichtsgefühl manchmal besondere Leistungen abverlangte, wie die jungen Männer mit der Zusatzlast diesen Rückweg hoffentlich ohne Absetzer bewältigen. Gegen 18:30 standen wir dann wir an unserem Wagen. Die Strecke war zwar nicht sehr lang gewesen, wir waren jedoch die ganze Zeit in schnellem Tempo durchgegangen und spürten nun unsere Muskeln. Geschadet hat es nicht, es hat viel Spaß gemacht und der NP Huerquehue hat neue Fürsprecher gefunden.
Der Wetterbericht für den Mittwoch sprach von wechselhaftem Wetter, kein Grund, in der Unterkunft zu bleiben. Neben dem Anstieg auf den Vulkankrater des Villarrica bietet der Park auch zahlreiche Wanderrouten an. Wir entschieden uns für einen Weg, der von der Südseite, dem Parkeingang Quetrupillán, hin zu einer Gletscherzunge führen soll. Zufahrt mit eigenem Fahrzeug möglich, die Karte wies hierfür auch die berühmte Schotterpiste aus, also kein Problem für unseren hochachsigen Pickup – glaubten wir, bis wir die letzten etwa 3-4 Kilometer hin zum Parkeingang in Angriff nahmen. Wir waren ja schon in der Nähe von San Pedro eher ungeplant einen mehr aus großen Steinen denn aus Schotter bestehenden Viehkarrenweg in und aus Schluchten heraus gefahren und hatten Blut und Wasser geschwitzt, dort heil wieder heraus zu kommen. Der hier vorgefundene Weg stand dem früheren in fast nichts nach, lediglich die steilen Abgründe am Wegesrand fehlten. Vermutlich in knappen Schritttempo sind wir den Weg gefahren, mussten ihn auch so fahren, denn eine Möglichkeit zu wenden sahen wir nicht; also das Angefangene auch zu Ende bringen. Glücklich ohne Schramme geblieben zu sein, parkten wir vor dem Rangerhaus das, wohl jahreszeitlich bedingt, auch nicht besetzt war. Hier sahen wir dann, bezogen auf die folgende Strecke den Hinweis, daß der Fahrweg sich in schlechtem Zustand befindet. Das war, wie wir beim Entlanglaufen dieses Weges bemerkten, keine Untertreibung. Nicht nur große Steine erschwerten das Fahren, die Fahrbahn, so sie denn jemals eine war, wies mal in seiner Mitte, mal mehr zu den Rändern verlagert, eine sehr tiefe Rinne aus, die bei Regen das Wasser aufnimmt. Dort wo möglich, haben wohl hilfreiche Hände Steine oder Holz in diese Grube geworfen – ein Unimog wird so sicherlich zum Ziel kommen, aber ein Pickup wie unserer benötigt nicht nur einen Vierradantrieb, sondern zudem einen rallyeerfahrenen Piloten. Das größte Erstaunen kam bei uns bei der Abfahrt aus der “Wildnis” auf. Geplant war, die zum Park führende Schotterpiste weiter bis nach Conaripe zu fahren, denn auf den folgenden Kilometern liegen mehrere Thermalbäder rechts und links der Strecke, um entlang des Lago Calafquen über den Ort Lican Ray nach Villarrica und schlußendlich nach Pucon zu gelangen. So der Plan. Vergeblich suchten wir die in den Süden nach Conaripe führende Schotterpiste bis wir feststellten, auf dieser Piste durch den Park gelaufen zu sein, diese berühmte unpassierbare “Wasser”straße (!) Schon erstaunlich, wenn eine aktuelle Straßenkarte diesen Streckenabschnitt als normal befahrbar kennzeichnet. Die Rundfahrt fiel dadurch sehr kurz aus, einen Versuch, uns als Rallyepilot zu beweisen, gab es natürlich nicht.
Der NP Villarrica hat viele Gesichter, wir sahen eines mit viel Mischwald, zahlreichen Araucariebäumen, gut zu findenden Wegen, ein windiges und ein eisiges. Ziel war ja, an die Gletscher im Süden heranzulaufen, d.h. es mußten etliche Höhenmeter überwunden werden, ging über die Baumgrenze bei gut 2.000m hinaus. Wir wurden freundlich hier oben empfangen, sie Sonne schien, gleichzeitig ging aber auch ein Wind, wenn wir aus geschützter Lage in die Geröllfelder traten, so daß wir schnell unsere Fleece aus dem Rucksack zerrten. Die ersten kleineren Schneefelder überquerten wir noch ohne Murren, doch als sich abzeichnete, daß dies die nächsten hunderte Höhenmeter so weitergehen würde, sahen wir wenig Sinn, unser ursprüngliches Ziel mit aller Kraft weiter zu verfolgen. Zudem waren wir auf einem Höhenrücken angelangt, der uns sowohl einen ungestörten Blick auf den Vulkan Villarrica als auch auf den im Osten liegenden Vulkan Lanin, exakt auf der chilenisch-argentinischen Grenze gelegen, ermöglichte, ganz abgesehen von den weiteren im NP liegenden kleineren Vulkankegel, die alle ihre weiße Mütze aufhatten. Ein schönes Bild, das mit der Entscheidung nicht weiterzugehen versöhnte. Es ist keine Schande umzukehren, wenn die Vernunft es anrät. Und so wurden wir vom starken Wind fast zu Tal geblasen, bis wir wieder im Schutz des Waldes waren. Eine schöne Wanderung, ein schöner Wald, den wir ohne Schlammtreten durchwanderten, leider kürzer ausgefallen als geplant, denn diesmal saßen wir nach gut 4 Stunden Gehzeit wieder im Wagen.
Pucon ist eine attraktive Stadt – dies bezieht sich auf das, was von hier aus unternommen werden kann. Strand ist vorhanden, sogar Strände, Wasser zum Baden, Surfen, Segeln ohne Ende (aber kalt), Wälder zum Wandern – nur in den NPs, die sonstigen Wälder sind idR hier alle eingezäunt und privat (!) – Mountainbiken, anspruchsvolle Straßen für die Radfahrer, Funsportarten aller Art werden angeboten, Rafting, Kanufahren auf hohem Niveau etc. Der Ort selber ist natürlich geprägt von seiner Geschäftsidee : den Menschen Zerstreuung und Urlaub zu ermöglichen, was zu unendlich langen Aneinanderreihungen von Geschäften aller Art in nahezu jedem Gebäude rund um die Hauptstraße führt und zu einem nicht enden wollenden Übernachtungsangebot. Das Geschäft prägt den ganzen Ort, der außer diesen Geschäften nichts zu bieten hat, auch keine besondere Atmosphäre ausstrahlt. Nun denn, wir sind ja hierher gekommen, um uns das Umland anzusehen, und dies war es wert, hier unser Zelt aufzuschlagen.
Heute am 14.11. hätte niemand seinen Hund, es sein denn, um das Notwendige zu erledigen, vor die Tür gejagt, denn der Regen war doch sehr heftig. Dieser Tag kam uns jedoch zupaß, denn die weiteren Stationen mussten geplant werden, wir müssen Quartier für die Osterinsel festmachen und uns um das Fahrzeug für Neuseeland kümmern, um die drückendsten Aufgaben zu nennen. Es fällt leichter, sich hierum zu kümmern, wenn die Alternativen sehr eingeschränkt sind. Jetzt am Abend sind zwar einige, leider nicht alle Aufgaben erfüllt, d.h. in den nächsten Tagen werden wir noch einige Stunden vor dem Netbook verbringen müssen.
Über Nacht stiegen die Befürchtungen, in den nächsten Tagen keinen guten Netzzugang zu bekommen und mit unserer Fahrzeugsuche und –buchung in Neuseeland immer weiter ins Hintertreffen zu geraten. Dann besser, die Recherche hier vor Ort weiterzuführen und noch einen Tag zu bleiben, obgleich das freundliche Wetter zur Weiterreise auch animiert hat. Einen guten Vormittag verbrachten wir vor dem Rechner, studierten Angebote, versuchten zu vergleichen, lasen ellenlange Vermietungsbedingungen, machten uns schlau über mögliche Zusatzversicherungen um den Selbstbehalt einzuschränken/auszuschließen und stellten diverse Anfragen. Nicht alle wurden inzwischen beantwortet – es war ja hier in Chile Freitagmittag. Unser größtes mentales Problem ist, daß bei einer Direktbuchung in Neuseeland die Zahlungsströme weit vor der Fahrzeugübergabe erfolgen, aber eine Art Sicherungsschein zumindest für uns erkennbar nicht abgegeben wird. Hier muß dringend Klarheit her, denn nach der Pleite mit der doppelt zu bezahlenden Erstübernachtung in Buenos Aires wollen wir nicht ein zweites Mal unserem Geld hinterhersehen. Also heißt es warten, weiter prüfen und in den nächsten Tagen dann entscheiden.
Den Nachmittag nutzten wir dann noch einmal zu einem Rundgang durch Pucon, zu einem Besuch der noch leeren Strände, entlang der zahlreichen Adventure-agenturen und schließlich zu einer kleinen Bootsfahrt auf dem Lago Villarrica. Ziemlich gemächlich fuhr diese Art Catamaran eine gute dreiviertel Stunde lang an der Pucon nahen Küste vorbei und gab uns Gelegenheit, von Weitem zu sehen, wo denn einerseits die Schönen und Reichen der Region/des Landes ihre Villen in die Wälder und an den Strand haben bauen lassen, wenig alte Substanz war zu erkennen, anderseits auch einige hohe Apartmenthäuser mit Ferienwohnungen zu “bestaunen”. Es gibt schlimmere Küstenbebauungen als hier, jedoch mit Blick auf die wunderschöne Umgebung schmerzt es zu sehen, wie nur einigen wenigen der direkte Blick auf den großen Lago Villarrica möglich ist. Und über allem tront der Vulkan Villarrica, heute sehr gut sichtbar und nur ab und zu von einigen kleinen Wolken teilweise verdeckt, jetzt in noch umfangreicherer weißer Schneepracht, denn während es hier unten am See heftig geregnet hat, wurde am Berg eine Neuschneedecke von gut einem halben Meter gemessen. Aufstieg möglich, aber erst am Sonntag, zu spät für uns, denn wir haben noch einiges vor.
Unsere Zeit hier im Bereich Villarrica-Pucon ist zu Ende, nicht jede gewünschte Wanderung und Fahrt war möglich; hiermit müssen wir uns anfreunden. Morgen geht es dann wieder hinüber nach Argentinien, vorbei am Vulkan Lanin und durch den entsprechenden Nationalpark, um einige Tage im argentinischen Seengebiet zu verbringen bei, wie der Wetterbericht aussagt, gutem Wetter.